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Inklusion- Gemeinsam anders 23.5.12 Mai 24, 2012

Filed under: Aktionen,Berichte,Gebrabbel — haikoelschen @ 11:48 am
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Steffi und Paul sind die „Neuen“. Beide sind anders als die anderen. Das Mädchen ist intelligent und sitzt im Rollstuhl, der Junge ist geistig zurückgeblieben. Die Neuankömmlinge sollen in die 9. Klasse der Rousseau-Gesamtschule inkludiert werden. Was heißt das, für die Mitschüler, die Lehrer, die Eltern und für die beiden jungen Menschen selbst? Die Inklusion von Steffi Harder und Paul Fischer an der Rousseau-Schule gestaltet sich schwierig. Klassenleiter Albert, der fest an das Programm glaubt, versucht alles Menschenmögliche. Doch die zynische Steffi tyrannisiert ihre Mitschüler verbal und gibt sich kaum Mühe im Unterricht – während der zurückgebliebene Paul sich anstrengt, aber wegen seiner langsamen Auffassungsgabe nur wenig erreicht. Zudem stellen sich sowohl überforderte Lehrer als auch besorgte Eltern gegen das Projekt. Sie glauben, dass Steffi und Paul andere, weiter fortgeschrittene Schüler in ihrer Entwicklung bremsen. Die Atmosphäre ist angespannt und das nicht nur in der Schule. Dann kommt es zu einem Zwischenfall… Filminformation der ARD

Hätten sie doch besser eine gut recherchierte Dokumentation gedreht als das…

Im Verlauf des Mittwochabend fragte ich mich mehrmals warum ich mir diesen Film anguckte.
Vielleicht die Hoffnung, dass die ARD etwas gutes aus dem Thema Inklusion machen würde?
Vielleicht weil ich hoffte noch etwas für die dritte Prüfung am kommenden Mittwoch zu lernen.
Ich weiß es nicht.

Ich war aber auch nicht die Einzige, die den Film gesehen hat.
Über SMS blieb ich mit Melly in Kontakt, über Twitter mit Sigi und über FB mit Marcus.

Melly; sitzt im Rollstuhl und bekommt 24 Stunden Assistenz, beginnt im Sommer eine Ausbildung zur Bürokauffrau
Sigi; Studentin der Sonderpädagogik auf Lehramt Förderschwerpunkt lernen und geistige Entwicklung
Marcus; Klassenkamerad, ebenso in den Abschlussprüfungen zum HEP

Einig waren wir uns darin, dass der Film nicht sonderlich gut war, doch jede Unterhaltung hatte einen anderen Schwerpunkt.

Melly und ich waren uns einig, der Film war schlecht und gerade das Verhalten von Steffi spiegelt nicht die Wahrheit wieder, der Zuschauer bekommt das Bild, alle jungen Mädchen im Rollstuhl wären asi und hätten ihre Behinderung nicht akzeptiert und verlieben sich in ihren Lehrer, nur um dann am Ende der Schulaufführung aus dem Rollstuhl aufzustehen…

Sigi und ich unterhielten uns über die dargestellte geistige Behinderung, mir war das Bild zu undeutlich, für mich war nicht zu erkennen, was Paul konnte und was nicht. Das Bild wurde so gezeichnet, als ob er nicht rechnen könne und einfach viel zu schnell aggressiv reagieren würde. Und nach einem Vorfall bei der Schulaufführung wird er von der Schule verwiesen, für ein Verhalten, wo er nichts für konnte. Sigi und ich waren uns einig, dass die nicht funktionierende Inklusion gut war, aber gerade das Ende war schlecht, weil der Pädagoge nicht auf den Schüler eingingund so die Inklusion nur für einen der beiden etwas brachte, die Rollstuhlfaherin.
Größtes Problem für mich persönlich ist allerdings, dass die Schüler von Schauspielern darstellt wurden und nicht von Echten Menschen mit Behinderung, Sigi merkte an, wer dafür sein Kind hergeben würde, woraufhin ich meinte, dann besser eine Dokumentation, Sigi meinte dazu, die hätte nicht soviel Zuschauer erreicht. Das stimmt wohl, lieber Sensationsjournalismus als die Realität.

Marcus und ich hatten wohl den meißten Spaß in der Fehlersuche.
Beginnend mit „Behinderte Menschen“, was in Abwandlungen 7 mal auftauchte, uns HEPs wird beigebracht „Menschen mit Behinderung“ zu sagen, da erst der Mensch zählt und dann erst die Behinderung.
Nie wurde aufgeklärt, was für Behinderungen die zwei Schüler haben, sodass ein Mensch, der keine Ahnung hat auch nicht verstehen konnte, warum die zwei so agiert haben.
Eine nicht barrierefreie Schule trifft die Realität und die heiß gelieben Feuerschutztüren, die immer zu sein müssen, liesen sich nicht mit Hilfe eines Schalters öffnen.
Der Schulhelfer kommt und kommt nicht und keiner der Leher sieht sich in der Lage vernünftig mit den Schülern zu agieren, besonders Paul leidet darunter, da ihn keiner gezielt anspricht und er völlig überfordert ist. Wenigstens da wird klar, Inklusion kann nur funktionieren, wenn Lehrer, Schulamt und Helfer eng zusammenarbeiten.
Die Eltern wurden nicht aufgeklärt, was die Inklusion für ihre Kinder bedeutet und so wird der Elternabend zu der besten Szene im Film. Es gibt Ängste, alle Schüler würden schlechtere Noten bekommen. Herrlichst war der Schweizer, der aufgebracht fluchte XD.
Auch schön, dass Steffi mal mehr mal weniger machen konnte…
Insgesamt waren wir uns darüber einig, der Lehrer würde nicht wissen, was er da tut und wäre vollkommen überfordert mit seinen Aufgaben, auch das wird ein Teil der Realität sein, aber Inkulsion kann nur funktionieren, wenn Pädagogen weitergebildet werden…
Von der Mutter von Paul fange ich erst gar nicht an, fpür mich ist auch diese Darstellung nicht gelungen.

Fazit:
Ein schlechter Film.
Einzig die Inklusion, die nicht funktioniert ist gut dargestellt und das Elterngespräch.
Die Schauspieler waren nicht echt und es gab keinerlei Erklärung zu ihren Behinderungen.
Ein Film fürs Fernsehen produziert, nähert sich einem sehr sensiblen Thema ohne es richtig zu erfassen.
Sehr, sehr schade, gerade den öffentlich-rechtlichen hatte ich mehr zugetraut.
Auch schade, dass es hinterher keine Dokumentation über reale Inklusion gab, ob gelungen oder nicht.

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2 Responses to “Inklusion- Gemeinsam anders 23.5.12”

  1. Melly Says:

    Ich glaube, das ist das erste mal, dass wir uns in einem Blog zwar völlig einig sind, den Beitrag ganz anders geschrieben haben. Finde ich gut!


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